Der Begriff Flicker (englisch für flackern oder flimmern) beschreibt die sichtbaren und oft störenden Schwankungen in der Leuchtdichte von Lampen. Diese optische Wahrnehmung ist jedoch nur das Symptom eines viel tiefer liegenden technischen Problems im Stromnetz: Kurzzeitigen, periodischen Spannungsschwankungen.
Wenn große Maschinen ein- und ausgeschaltet werden, schwankt die Spannung im lokalen Stromnetz für Bruchteile von Sekunden. Diese ständigen Dellen in der Spannungskurve wirken sich auf alle anderen Geräte aus, die an denselben Stromkreis angeschlossen sind.
Flicker entsteht immer dann, wenn in sehr kurzer Zeit sehr viel elektrische Leistung aus dem Netz gezogen oder unregelmäßig eingespeist wird. Typische Verursacher (sogenannte Flickererzeuger) in der Praxis sind:
Industrie: Große Schweißmaschinen, Lichtbogenöfen, Stanzmaschinen oder das häufige Anlaufen schwerer Elektromotoren.
Erneuerbare Energien: Große Windkraft- oder PV-Anlagen, deren Einspeiseleistung durch böigen Wind oder schnell ziehende Wolken abrupt schwankt. (Hier müssen moderne Wechselrichter durch intelligente Steuerung gegensteuern).
Haustechnik: Leistungsstarke Wärmepumpen oder Durchlauferhitzer, die hart ans Netz geschaltet werden.
Warum flackert das Licht bei dem einen Unternehmen, während die Anlage des Nachbarn völlig störungsfrei läuft? Die Antwort liegt in der sogenannten Netzimpedanz (dem Wechselstromwiderstand des Netzes).
Ein Stromnetz wird als „stark“ oder „hart“ bezeichnet, wenn es eine sehr niedrige Impedanz hat. Ein solches Netz lässt sich von plötzlichen Leistungsspitzen kaum beeindrucken. Der absolut entscheidende Faktor für die Netzimpedanz ist die Zuleitung:
Zu dünne Kabel: Ein kleiner Leiterquerschnitt hat einen hohen elektrischen Widerstand. Zieht eine Schweißmaschine nun plötzlich viel Strom, kommt es unweigerlich zu einem massiven Spannungsabfall auf der Leitung – Flicker entsteht.
Korrekt dimensionierte Kabel: Je größer der Querschnitt und je besser das Leitermaterial (z. B. reines Kupfer), desto niedriger ist der Widerstand. Das Netz wird „steif“ und die Spannungsschwankungen werden auf ein unkritisches Minimum reduziert.
Da starker Flicker bei Menschen zu Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Ermüdung führen kann (und empfindliche Steuerungselektronik stört), gibt es strenge internationale Normen für die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV). Gemessen wird das Phänomen in zwei Einheiten:
Pst (Short-term Flicker): Die Kurzzeit-Flickerstärke, gemessen über 10 Minuten.
Plt (Long-term Flicker): Die Langzeit-Flickerstärke, gemessen über 2 Stunden.
Flicker und ungewollte Spannungseinbrüche sind fast immer das Resultat unterdimensionierter oder minderwertiger Leitungssysteme. KBE Elektrotechnik fertigt Kupferlitzen und Industrieleitungen mit exakten, normgerechten Querschnitten und maximaler Leitfähigkeit. Ob bei der Anbindung leistungsstarker Wechselrichter an das Netz oder bei der Verdrahtung industrieller Großanlagen: Mit Leitungen von KBE minimieren Sie Netzrückwirkungen und sichern eine konstant hohe Spannungsqualität in Ihrer Anlage.
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