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12. Juni 2026
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Flammwidrigkeit

Die Flammwidrigkeit (oft auch als Schwerentflammbarkeit bezeichnet) ist eine der wichtigsten sicherheitstechnischen Eigenschaften von elektrischen Kabeln und Leitungen. Sie beschreibt die Fähigkeit des Kabelmantels und der Isolierung, einer Entzündung durch eine äußere Zündquelle (z. B. einen Kurzschluss, Funkenflug oder eine externe Flamme) möglichst lange zu widerstehen.

Sollte das Kabel dennoch Feuer fangen, zeichnet sich eine flammwidrige Leitung dadurch aus, dass sie selbstverlöschend ist. Das bedeutet: Sobald die äußere Zündquelle entfernt wird, brennt das Kabel nicht selbstständig weiter und verhindert so, dass sich das Feuer über die Kabeltrasse im Gebäude ausbreitet.

Achtung Praxisfehler: Flammwidrig vs. Feuerfest (Funktionserhalt)

In der Praxis werden diese beiden Begriffe oft gefährlicherweise verwechselt:

  • Flammwidrig: Das Kabel brennt schlecht, breitet das Feuer nicht aus und verlischt von selbst. Es geht bei Hitze aber kaputt und leitet keinen Strom mehr.

  • Feuerfest (Isolationserhalt / Funktionserhalt): Diese Spezialkabel (z. B. mit Glimmerband umwickelt) sind nicht nur flammwidrig, sondern garantieren, dass bei einem Vollbrand für eine definierte Zeit (z. B. 30 oder 90 Minuten) weiterhin Strom fließt. Dies ist zwingend erforderlich für Notbeleuchtungen, Brandmeldeanlagen oder Rauchabzugssysteme.

Wie wird Flammwidrigkeit technisch erreicht?

Die Schwerentflammbarkeit einer Leitung hängt ausschließlich von den verwendeten Kunststoffen für die Isolierung und den Außenmantel ab. Hier gibt es zwei grundlegende technologische Ansätze:

  1. Halogenhaltige Kunststoffe (z. B. PVC): PVC ist von Natur aus stark flammwidrig, da es das Halogen Chlor enthält. Der große Nachteil: Im Brandfall löst sich das Chlor und verbindet sich mit Löschwasser zu aggressiver Salzsäure. Zudem entstehen extrem giftige und dichte Rauchgase.

  2. Halogenfreie Kunststoffe (HFFR / FRNC): HFFR steht für Halogen Free Flame Retardant (halogenfrei und flammwidrig). Hierbei handelt es sich um Kunststoffe (wie vernetztes Polyethylen - XLPE oder spezielle Polymere), denen mineralische Flammschutzmittel beigemischt werden (z. B. Aluminiumhydroxid). Bei Hitze spalten diese Mineralien Wasser ab, kühlen die Flamme und ersticken das Feuer, ganz ohne giftige oder korrosive Gase freizusetzen.

Wichtige Prüfverfahren und Normen

Um als „flammwidrig“ zu gelten, müssen Kabel strenge internationale Brandtests im Labor bestehen. Die bekanntesten Normenreihen sind:

  • IEC 60332-1-2 - Brandprüfung an einem einzelnen Kabel.
    Eine definierte Flamme (Brenner) wird für eine bestimmte Zeit an das Kabel gehalten. Nach Entfernen des Brenners muss die Flamme am Kabel von selbst verlöschen.
  • IEC 60332-3 - Brandprüfung an Kabelbündeln (mehrere Kabel nebeneinander).
    Ein wesentlich härterer Test, da eng verlegte Kabel sich gegenseitig aufheizen (Kamin-Effekt). Wichtig für Installationen in Kabelpritschen oder Schächten.

KBE Elektrotechnik: Sicherheit ohne Kompromisse

Besonders bei der Installation von PV-Anlagen auf Dächern, in industriellen Großanlagen oder in der Gebäudetechnik ist der Brandschutz das oberste Gebot. KBE Elektrotechnik entwickelt und produziert hochwertige, schwer entflammbare und zertifizierte Leitungen. Wir setzen modernste, halogenfreie Compounds ein, die höchste Flammwidrigkeit mit exzellenten mechanischen Eigenschaften vereinen. Damit schützen Sie im Ernstfall nicht nur Ihre Investitionsgüter vor der Brandausbreitung, sondern retten durch minimierte Rauchgasentwicklung Menschenleben.

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