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12. Juni 2026
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Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

Die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ist ein zentraler Begriff in der Elektrotechnik. Sie beschreibt die Fähigkeit eines elektrischen Geräts, einer Anlage oder eines Kabels, in seiner elektromagnetischen Umgebung zufriedenstellend zu funktionieren, ohne dabei selbst störende elektromagnetische Felder zu erzeugen, die andere Systeme in der Nähe beeinträchtigen könnten.

Um das Ziel der EMV zu erreichen, müssen stets zwei Seiten derselben Medaille betrachtet werden:

  1. Störfestigkeit (Immunität): Das System muss robust genug sein, um von äußeren Störquellen (z. B. Funknetzen, benachbarten Stromkabeln oder Blitzeinschlägen) nicht in seiner Funktion gestört zu werden.
  2. Störaussendung (Emission): Das System darf selbst keine starken elektromagnetischen Felder abstrahlen, die als Störquelle für benachbarte sensible Geräte wirken.

Warum ist die EMV bei Kabeln und Leitungen so wichtig?

Kabel und Leitungen durchziehen moderne Maschinen, Fahrzeuge und Gebäude wie ein Nervensystem. Sie wirken physikalisch wie riesige Antennen: Sie können Störsignale aus der Umgebung „auffangen“ (und an empfindliche Sensoren weiterleiten) oder aber Störsignale „abstrahlen“.

Ein klassisches Praxisproblem: Liegt eine ungeschirmte, stark getaktete Motorleitung (z. B. von einem Frequenzumrichter) im Kabelkanal direkt neben einer sensiblen Ethernet-Datenleitung, induziert das Magnetfeld der Motorleitung eine Störspannung in der Datenleitung. Im besten Fall führt dies zu Datenverlusten, im schlimmsten Fall zum kompletten Anlagenstillstand.

Maßnahmen für eine EMV-gerechte Leitungsinstallation

Um die Elektromagnetische Verträglichkeit in komplexen Systemen sicherzustellen, setzen Ingenieure und Installateure auf verschiedene konstruktive und installationstechnische Maßnahmen:

  • Elektromagnetische Abschirmung: Die effektivste Maßnahme am Kabel selbst. Die Adern werden mit einem metallischen Folienschirm oder Kupfergeflecht umhüllt, um Störfelder abzublocken oder abzuleiten.
  • Verdrillung (Twisted Pair): Bei Datenleitungen werden die Aderpaare miteinander verdrillt. Dadurch heben sich magnetische Störfelder durch gegenläufige Ströme physikalisch gegenseitig auf.
  • Räumliche Trennung: Bei der Verlegung auf Kabelpritschen sollten Leistungskabel (Strom) und Signalkabel (Daten) stets mit größtmöglichem Abstand zueinander oder durch metallische Trennstege separiert verlegt werden.
  • Symmetrischer Aufbau: Bei starken Motorleitungen wird der Schutzleiter (PE) oft gedrittelt und symmetrisch zwischen den drei Phasen (Außenleitern) angeordnet, um das Magnetfeld zu neutralisieren.

KBE Elektrotechnik: Leitungen für höchste EMV-Anforderungen

Als Spezialist für komplexe Leitungssysteme wissen wir, wie wichtig die Signalintegrität für Ihre Projekte ist. Ob hochgeschirmte Datenleitungen für die Industrieautomation oder EMV-optimierte Steuerleitungen für Automotive-Bordnetze: KBE Elektrotechnik entwickelt und produziert Kabel, die strenge EMV-Richtlinien erfüllen und einen störungsfreien Betrieb Ihrer Anlagen garantieren.

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