In der industriellen Fertigung, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, kommen Leitungen unweigerlich mit unterschiedlichsten Betriebsstoffen wie Schmierölen, Hydraulikflüssigkeiten, Fetten oder aggressiven Kühlschmierstoffen in Kontakt.
Die Ölbeständigkeit beschreibt die chemische Widerstandsfähigkeit des Kabelmantels gegen diese Substanzen. Die Ölflexibilität geht jedoch noch einen entscheidenden Schritt weiter: Sie garantiert, dass die Mantelleitung trotz des permanenten Ölkontakts ihre mechanische Biegsamkeit und Dauerflexibilität behält – ein kritischer Faktor in hochdynamischen Anwendungen wie Schleppketten oder der Robotik.
Wenn ungeeignete Kunststoffe längere Zeit industriellen Ölen ausgesetzt sind, kommt es zu einer verheerenden chemischen Reaktion: Dem sogenannten Weichmacherentzug. Das Öl dringt in die molekulare Struktur des Kunststoffs ein und wäscht die enthaltenen Weichmacher (die das Kabel biegsam machen) nach und nach heraus. Die Folgen für die Anlage sind massiv:
Der Kabelmantel quillt zunächst auf und verliert seine mechanische Festigkeit.
Anschließend verhärtet und versprödet der Kunststoff extrem.
Bei der nächsten mechanischen Bewegung (Biegung) reißt der harte Mantel auf – die inneren Adern liegen frei, was zu Kurzschlüssen und teuren Maschinenstillständen führt.
Um eine normgerechte Ölbeständigkeit (z. B. nach EN 50363 oder VDE 0472) zu erreichen, müssen Planer bei der Kabelauswahl auf spezielle Werkstoffe setzen:
| Mantelwerkstoff | Grad der Ölbeständigkeit |
Eigenschaften & Einsatzgebiet
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| Standard-PVC | Sehr gering |
Darf nicht dauerhaft mit Industrieölen in Kontakt kommen. Nur für trockene Innenbereiche geeignet.
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| Spezial-PVC (Ölbeständig) | Mittel bis hoch |
Durch spezielle Additive widersteht es Ölen deutlich besser. Ideal für gelegentlichen Ölkontakt in Standard-Werkzeugmaschinen.
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| PUR (Polyurethan) | Extrem hoch |
Der absolute Branchenstandard für ölige Umgebungen. PUR enthält keine auswaschbaren Weichmacher, saugt kein Öl auf und bleibt selbst unter schwersten Bedingungen hochflexibel.
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| TPE (Spezialmischungen) | Sehr hoch |
Bietet neben der Ölresistenz eine extreme Kälteflexibilität und herausragende Biegewechselfestigkeit.
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Ölflexible Leitungen sind das Rückgrat der modernen, automatisierten Produktion. Sie werden überall dort zwingend gefordert, wo Bewegung und Schmierstoffe aufeinandertreffen:
CNC-Maschinen und Fräszentren: Hier sind Steuerleitungen permanenten Spritzern von scharfen Kühlschmiermitteln ausgesetzt.
Automobilproduktion (Automotive): In den Fertigungsstraßen und an den Schweißrobotern.
Fördertechnik & Hydrauliksysteme: In Umgebungen, in denen Leckagen von Hydrauliköl niemals vollständig ausgeschlossen werden können.
Maschinenausfälle durch Kabelbruch kosten in der Industrie jede Minute bares Geld. KBE Elektrotechnik entwickelt und produziert hochbelastbare Industrie- und Sensorleitungen mit maßgeschneiderten, ölbeständigen PUR- und TPE-Compounds. Unsere ölflexiblen Leitungen widerstehen selbst den aggressivsten industriellen Schmierstoffen, behalten ihre Flexibilität über Millionen von Biegezyklen hinweg und garantieren so die maximale Verfügbarkeit Ihrer Produktionsanlagen.