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19. Mai 2026
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IP-Schutzart (Schutzgrad / IP-Code)

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Verwechslung von Schutzklasse und Schutzart. Während die Schutzklasse den Schutz gegen elektrischen Schlag (Sicherheit für den Menschen) definiert, gibt die Schutzart (oft auch als IP-Code oder IP-Klasse bezeichnet) an, wie widerstandsfähig ein elektrisches Betriebsmittel gegenüber Umwelteinflüssen ist.

Die Abkürzung IP steht dabei für „International Protection“ (bzw. „Ingress Protection“). Die Schutzart definiert exakt, wie gut ein Gehäuse, ein Steckverbinder oder eine Kabelverschraubung gegen das Eindringen von Festkörpern (wie Staub) und Feuchtigkeit (Wasser) geschützt ist.

Aufbau des IP-Codes (z. B. IP67)

Der IP-Code besteht immer aus den Buchstaben „IP“ und zwei darauffolgenden Ziffern. Jede Ziffer hat eine fest definierte Bedeutung nach der Norm DIN EN 60529 (VDE 0470-1).

Die erste Kennziffer: Berührungs- und Fremdkörperschutz

Die erste Ziffer (0 bis 6) gibt an, wie gut das Produkt gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern und Staub geschützt ist. Gleichzeitig definiert sie den Schutz gegen das Berühren gefährlicher Teile.

  • IP0X: Kein Schutz.

  • IP4X: Geschützt gegen feste Fremdkörper mit Durchmesser ≥ 1,0 mm (z. B. Draht).

  • IP6X: Vollständig staubdicht (höchste Stufe).

Die zweite Kennziffer: Wasserschutz

Die zweite Ziffer (0 bis 9) beschreibt den Schutz gegen das Eindringen von Wasser in das Gehäuse oder das Stecksystem.

  • IPX4: Schutz gegen allseitiges Spritzwasser.

  • IPX7: Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen in Wasser.

  • IPX8: Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen (wichtig für bestimmte Kabelverlegungen im Außenbereich).

  • IPX9K: Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung (häufig relevant im Bereich Automotive / Nutzfahrzeuge).

Expertenwissen: IP-Schutzart vs. Leitungsauswahl

Leitungen als reine Meterware haben in der Regel keine eigene IP-Schutzart für den Mantel – hier greifen andere Normen wie die AD-Klassen für Umgebungseinflüsse. Der IP-Code wird jedoch extrem wichtig, sobald Leitungen konfektioniert, also mit Steckern, Muffen oder Kabelverschraubungen an Gehäuse (z. B. Wechselrichter) angeschlossen werden.

Damit eine Kabelverschraubung die Schutzklasse IP67 oder IP68 überhaupt erreichen kann, muss das eingeführte Kabel über die gesamte Länge eine perfekte Rundheit (Zentrizität) aufweisen. Ist das Kabel unrund oder gibt der Kunststoff nach, dichtet die Verschraubung nicht mehr ab und Wasser dringt ein.

Auswahl der richtigen IP-Klasse für Solar- und Industrieanwendungen

Besonders in den KBE-Kernmärkten Photovoltaik und Industrie müssen Steckverbindungen und Kabeldurchführungen hohe Schutzarten aufweisen. In PV-Anlagen im Freien ist in der Regel mindestens IP65 oder IP67 (staubdicht und wassergeschützt) zwingend erforderlich, um einen sicheren, jahrzehntelangen Betrieb ohne Kriechströme oder Kurzschlüsse durch Feuchtigkeit zu gewährleisten. KBE Elektrotechnik fertigt extrem maßhaltige und robuste Leitungen, die die ideale Basis für absolut wasserdichte Anschlusssysteme bilden.

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