Schutzklasse (I, II, III) – Kabel & Leitungen in der Elektrotechnik
Definition
Die Schutzklasse legt fest, wie Kabel, Leitungen oder Geräte gegen elektrischen Schlag geschützt sind. Sie bestimmt, ob Erdung, doppelte Isolierung oder Schutzkleinspannung erforderlich sind.
Schutzklassen im Überblick
Schutzklasse I
Geerdetes Metallgehäuse, Schutzleiter (PE) erforderlich
Einsatz: Industriemaschinen, Metallgeräte
Kabel: Schutzleiter im Leitungsaufbau enthalten
Schutzklasse II
Doppelte oder verstärkte Isolierung, keine Erdung
Einsatz: Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge
Kabel: isolierte Adern ohne Schutzleiter
Schutzklasse III
Betrieb nur mit Schutzkleinspannung (SELV)
Einsatz: LED-Beleuchtung, Solaranlagen, Spielzeug
Kabel: Niederspannungsleitungen (<50 V AC / <120 V DC)
Bedeutung für Kabel & Leitungen
Bestimmt Aufbau, Isolation und Erdung der Leitungen
Richtlinien: DIN VDE 0100, 0106; EN 61140
Falsche Auswahl kann Stromschlag oder Kurzschluss verursachen
Praxisbeispiele
Haushaltsgeräte (Kl. II): Staubsauger, Wasserkocher – Kunststoffgehäuse
Industrielle Maschinen (Kl. I): Motoren, Schaltschränke – Metallgehäuse, Schutzleiter
Niederspannungssysteme (Kl. III): LED-Leuchten, PV-Anlagen – SELV-Leitungen
Im Falle von Solarleitungen gibt die Schutzklasse an, wie gut ein Kabel äußeren Einflüssen (z. B. Wasser) standhält. Hier beginnen die Schutzklassen bei AD0 und reichen bis AD8. Detailliertere Infos zu den Schutzklassen finden Sie in unserem Ratgeber „Alles, was Sie über die Schutzklasse AD8 wissen müssen“.